Kann ich mich darauf verlassen, dass der neue Versicherer die eVB-Nummer unmittelbar beziehungsweise rechtzeitig an die Zulassungsstelle schickt?

Im Normalfall: ja. Allerdings gab es gerade bei der Einführung der neuen eVB-Nummern Probleme in den elektronischen Systemen, mit dem Ergebnis, dass die eVB-Nummern teilweise erst viel zu spät oder gar nicht an die Zulassungsstelle gesendet wurden. Heutzutage kann das passieren, wenn die Versicherung in der Wechselsaison mit der Bearbeitung der Anträge nicht mehr hinterherkommt und dadurch die eVB zu spät verschickt.

Für den Versicherten kann das unter Umständen schwerwiegende Probleme nach sich ziehen. Erhält die Zulassungsstelle nicht rechtzeitig die Bestätigung über einen bestehenden Versicherungsschutz, wird sie dem Fahrzeughalter unverzüglich einen Bescheid über die Außerbetriebsetzung seines Fahrzeugs zukommen lassen. Die Fristen sind hierbei in der Regel viel kürzer als bei anderen amtlichen Vorgängen, da nach Ansicht der Zulassungsstelle durch das Bewegen eines vermeintlich unversicherten Fahrzeugs im öffentlichen Straßenverkehr eine unmittelbare Gefahr ausgeht.

Spätestens dann, wenn der Fahrzeughalter einen solchen Bescheid von seiner Zulassungsstelle beziehungsweise vom zuständigen Landratsamt erhält, ist höchste Eile angebracht. Er sollte sich sofort mit seiner Versicherung in Verbindung setzen, die Sachlage schildern und verlangen, dass die eVB-Nummer unmittelbar an die Zulassungsstelle gesendet wird.

Das Problem: Meist ist ein solcher Bescheid mit einem Bußgeld in Höhe von 40 Euro verbunden. Die Versicherungsgesellschaft wird diese Kosten bei eigenem Verschulden aber anstandslos übernehmen.

Noch wesentlich schlimmer wird es allerdings in Fällen, bei denen der Versicherte nach Erhalt des Bußgeldbescheids den darin geforderten Auflagen nicht nachkommen kann. In der Regel setzt das Landratsamt in einem solchen Bußgeldbescheid eine Frist von drei Tagen, innerhalb derer der Fahrzeughalter einen gültigen Versicherungsschutz nachweisen kann. Ist der Versicherte allerdings im Urlaub oder anderweitig verhindert, so wird das Landratsamt den Vorgang nach Verstreichen der Frist an das zuständige Ordnungsamt weitergeben, welches seinerseits dann versucht, das Fahrzeug zwangsweise stillzulegen.

Ist der Halter mit dem Fahrzeug im Urlaub, wird dies zwar nicht auf Anhieb gelingen, er wird jedoch einen weiteren Bußgeldbescheid erhalten, der mit einer Gebühr von bis zu 200 Euro belegt ist. Auch diese Gebühr muss selbstverständlich die Versicherung übernehmen.

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